Ein gesunder Lebens-Stil ist Ihr Schlüssel zu einem starken Herzen.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen stehen weltweit an erster Stelle der Todesursachen. Doch wie gestaltet sich ein Lebens-Stil, der das Herz und den Kreislauf schützt? Und wie können wir aktiv dazu beitragen, uns vor schweren Herzerkrankungen zu bewahren?
Rauchen Sie nicht
Mit dem Rauchen aufzuhören oder gar nicht erst anzufangen lohnt sich!
Nikotin ist ein starkes Gift für die Gefäße und Rauchen ein starker Risikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall und Arterienverkalkung.
Auf den Tabakkonsum gehen hierzulande viel zu viele vorzeitige und vermeidbare Todesfälle pro Jahr zurück: verursacht durch Herzinfarkt und Schlaganfall, bösartige Tumoren und chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD).
Mit dem Rauchen aufzuhören ist nach einem Herzinfarkt unverändert die wirksamste Einzelmaßnahme und reduziert das Wiederholungsrisiko für einen weiteren Infarkt um weit über 50 Prozent!
Auch das dauerhafte Rauchen von E-Zigaretten kann heute nicht mehr als gesundheitlich unbedenklich eingestuft werden.
Es gibt unterstützende (Aussteiger-)Programme zum Aufhören mit Rat und praktischen Hilfen.
Bleiben Sie in Bewegung und treiben Sie Sport
Wer sich regelmäßig bewegt, beugt wirksam Herz- und Gefäßkrankheiten, aber auch Diabetes und Krebserkrankungen wie Darm- oder Brustkrebs vor.
Ideal ist Ausdauerbewegung an fünf Tagen die Woche für mindestens 30 Minuten.
Gute Beispiele für eine mäßige Ausdauerbelastung sind Joggen, schnelles Gehen, Radfahren, Schwimmen, Ergometertraining oder auch Tanzen.
Auch kürzere Einheiten können helfen wie zügiges Spazierengehen für zehn Minuten am Tag.
„Bereits ab 8000 Schritten an mindestens zwei Tagen in der Woche wird das Risiko für den vorzeitigen Herztod gesenkt“.
Am besten man gestaltet auch seinen Alltag so bewegt wie möglich: Fahrrad statt Auto oder E-Roller, Treppe statt Aufzug, im Büro stehend statt sitzend telefonieren und arbeiten.
Bewegung schützt zudem nicht nur vor Arteriosklerose („Gefäßverkalkung“), sondern wirkt sich positiv auf andere Körper- und Organfunktionen wie Zellerneuerung, Anregung der Hirnaktivität, Stoffwechselprozesse in Leber und anderen Organen aus.
Sorgen Sie für genügend Entspannung
Stress bei der Arbeit, in der Familie, in der Beziehung und noch in der Freizeit: Nicht Stress alleine macht krank, sondern fehlende Entspannung. Bei akutem Stress wappnet sich der Körper sehr gut für die Problemsituation: Stresshormone werden ausgeschüttet, der Blutzucker steigt, die Insulinausschüttung nimmt zu, das Herz schlägt schneller und der Blutdruck steigt. Bei anhaltendem Dauerstress kommen diese Vorgänge jedoch nicht zur Ruhe und der Organismus steht ständig unter Dampf. Das schadet dem gesamten Körper. Die Folge können Entzündungsreaktionen im Körper sein, im schlimmsten Fall entstehen Diabetes, Schlaganfall, Arteriosklerose und Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen.
Achten Sie daher auf ein Gleichgewicht zwischen Stress und Entspannung. Sorgen Sie für Inseln der Ruhe und für Aktivitäten, die Sie den Stress vergessen lassen: musizieren, lesen, malen, tanzen, im Garten arbeiten, mit Freunden kochen, mit den Kindern spielen, einem Verein beitreten oder gemeinsam Konzerte und Sportereignisse besuchen.
Auch Entspannungstechniken sind sehr hilfreich: progressive Muskelentspannung, Atemgymnastik, Yoga, Qigong oder Tai-Chi.
Entscheiden Sie sich für gesunde Ernährung(s)-gewohnheiten - das macht sich auf jeden Fall bezahlt im Laufe Ihres Lebens!
Eine gesunde Ernährung lohnt sich in vielerlei Hinsicht:
- Sie verringert Entzündungsvorgänge im Körper,
- verbessert die Fließeigenschaften des Bluts und
- die Funktion der zarten Gefäßinnenhaut (Endothelfunktion),
- optimiert die Wirkung des körpereigenen Insulins,
- senkt den Blutdruck und
- hilft, Übergewicht am Bauch zu vermeiden.
Herzspezialisten propagieren die traditionelle Mittelmeerküche. "Die mediterrane Kost" setzt auf Obst und Gemüse, Salat, Hülsenfrüchte, wenig Fleisch, dafür eher Fisch, auf Oliven- und Rapsöl und auf Kräuter anstelle von Salz.
Salz bindet Wasser im Körper, was Bluthochdruck fördern kann. Speziell der tägliche Konsum von ausreichend Gemüse und Ballaststoffen kann durch den relativ geringen Energiegehalt dazu beitragen, Übergewicht zu vermeiden, das wiederum Bluthochdruck begünstigt.
Dazu schmecken die Gerichte der Mittelmeerküche lecker und sind keineswegs fade.
Reduzieren Sie den Zuckerkonsum
Auch zu viel Zucker schadet Herz und Gefäßen. Zu hoher Konsum erhöht unter anderem das Risiko für:
Vor allem Zucker in Getränken (auch Fructose) sollte vermieden werden.
Zudem ist Zucker häufig in Lebensmitteln enthalten, in denen wir große Mengen gar nicht vermuten (Fruchtjoghurt, Salatfertigsaucen, Ketchup, Fertiggerichte). Daher ist ein wacher Blick auf die Beschreibung der Zutaten hilfreich, um "Zuckerfallen" aus dem Weg zu gehen.
Reduzieren Sie den Alkoholkonsum
Wichtig im Rahmen einer herzgesunden Ernährung ist auch ein möglichst geringer Konsum von Alkohol.
Denn: "Einen risikofreien Alkoholkonsum gibt es nicht. Schon geringe Mengen Alkohol können Zellen und Organe wie das Herz schädigen sowie das Entstehen von Krebs begünstigen".
Wer Alkohol dennoch trinken mag, sollte dies daher selten (nicht täglich) und nur in kleinen Mengen tun.
Vermeiden Sie Übergewicht
Zusätzlich zur Bewegung fördert die Mittelmeerküche das schrittweise Abnehmen für ein gesundes Normalgewicht. Dabei ist es wichtig, die tägliche Kalorienaufnahme an den Verbrauch anzupassen. Achten Sie dabei auch auf Kalorien in flüssiger Form, insbesondere auf Alkohol und süße Mixgetränke. Denn Alkohol hat viele Kalorien und kann indirekt über die Zunahme an Gewicht zu hohem Blutdruck führen. Übergewicht ist ein wichtiger und häufiger Auslöser für Bluthochdruck.
Jedes Kilo und jeder Zentimeter weniger wirken sich günstig auf den Blutdruck und den Zucker aus.
Schlafen Sie ausreichend und regelmäßig
Regelmäßiger und ausreichender Schlaf ist für das seelische Gleichgewicht und die Herzgesundheit wichtig. Gesunder Schlaf wirkt wie ein Medikament: Während der Nachtruhe erholt sich der Körper, Stoffwechselprozesse wie der Fett- und Zuckerstoffwechsel werden reguliert, das Immunsystem wird gestärkt und zelluläre Reparaturprozesse werden angestoßen. Auch der Blutdruck wird während der Nachtruhe langfristig konstant gehalten. Umgekehrt hat Schlafmangel gravierende Folgen für den Körper – insbesondere für das Herz: Dauerhaft zu wenig oder schlechter Schlaf kann das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen erhöhen oder bereits bestehende Erkrankungen wie die koronare Herzkrankheit oder das metabolische Syndrom beschleunigen. Besonders das Risiko für Herzinfarkt und Herzschwäche steigt. Insbesondere bei auffälliger Müdigkeit am Tag sollte überprüft werden, ob eventuell eine schlafbezogene Atemstörung (Schlafapnoe) vorliegt.
Soziale Kontakte und Freundschafen pflegen hält uns jung und tut uns gut
Gute Beziehungen führen zu einem guten und langen Leben, darauf deuten wissenschaftliche Studien hin. Der gute Kontakt mit seinen Mitmenschen hat positive Effekte und im Gegensatz dazu gilt Einsamkeit als vergleichbar schädlich wie Rauchen.
Redaktionsinfo: Noch die Verbindung herstellen zu https://www.lebensschule.at/mein-soziales-umfeld
Geistig aktiv bleiben
Auch geistige Aktivitäten wie Lesen, Musizieren oder das Erlernen neuer Sprachen fördern die kognitive Gesundheit und können zu einem längeren Leben führen.
Ein langes Leben ist bis zu einem gewissen Grad auch eine Frage der Möglichkeiten
Bei all diesen Aspekten und Tipps darf aber nicht übersehen werden, dass ein langes und gesundes Leben nicht allein von individuellen Entscheidungen abhängt.
Ob jemand die Möglichkeit hat, sich ausgewogen zu ernähren, regelmäßig Sport zu treiben oder Stress zu vermeiden, hängt auch von Bildung, Einkommen und sozialer Herkunft ab.
Menschen mit besseren finanziellen und sozialen Voraussetzungen haben im Durchschnitt nicht nur mehr Wissen über Gesundheit, sondern auch bessere Chancen, diese im Alltag umzusetzen.
Zugleich zeigen Forschungen zu den sogenannten „Blue Zones“ – Regionen wie Sardinien, Okinawa oder Costa Rica, in denen auffällig viele Menschen über 100 Jahre alt werden – oder auch die Klosterstudie, dass Menschen in ärmeren Gegenden oder in klösterlichen Gemeinschaften durch ihre Lebensumstände automatisch einen gesunden Lebensstil führen – etwa durch einfache Ernährung, viel Bewegung oder eine feste Tagesstruktur.
Langlebigkeit ist daher immer auch eine Frage der gesellschaftlichen und strukturellen Rahmenbedingungen – und nicht nur des persönlichen Lebens-Stils.

